Alte Sprachen
Das Alte Gymnasium wurde 1528 gegründet, in den Jahren kurz nach der Reformation. Seit dieser Zeit hat unsere Schule ihre Traditon als humanistisches Gymnasium bewahren können und steht somit in enger Verwandtschaft zur Gelehrtenschule des Johanneums in Hamburg, dem Alten Gymnasium in Oldenburg, dem Katharineum in Lübeck und vielen anderen humanistischen Gymnasien im norddeutschen Raum. Die meisten dieser Schulen haben bis heute einen Schwerpunkt bei den Alten Sprachen. An unserer Schule ist die Präsenz der Alten Sprachen und der Antike unter anderem in der lateinischen Inschrift in unserem Schulsiegel zu sehen, aber auch in den Skulpturen in unseren Fluren wie z.B. der Göttin Athene.
Unsere Schule hat daher einige Besonderheiten, in denen sie sich von anderen Gymnasien Bremens unterscheidet. Alle Kinder belegen als zweite Fremdsprache ab der 6. Klasse Latein, d.h. es gibt hier keine Auswahlmöglichkeit anderer zweiter Fremdsprachen. Neben den Gründen, die inhaltlich für Latein sprechen, hat dies den Vorteil, dass die Kinder ihre zweite Fremdsprache im gewohnten Klassenverband erlernen und nicht in klassenübergreifenden Sprachenschienen durcheinander gewürfelt werden. Außerdem ist das Alte Gymnasium die einzige Schule Bremens, in der alle Kinder ab der 8. Klasse ein dritte Fremdsprache beginnen und in der dann neben Französisch die Wahlmöglicheit von Altgriechisch besteht. Nach der Mittelstufe sind die Schüler frei, die Sprachen Latein und ggf. Altgriechisch weiter zu belegen oder diese abzuwählen -- Pflicht sind sie ab der 10. Klasse nicht mehr.
Exkursionen
Der Latein- und Altgriechischunterricht der Mittelstufe bietet viele Anlässe, den Unterricht an andere Orte zu verlegen. In Norddeutschland gibt es immer wieder Ausstellungen, in denen die Schülerinnen und Schüler einen Eindruck vom Leben in der Antike bekommen.

Häufig finden in der Sekundarstufe I in Verbindung mit inhaltlichen Themen des Lateinunterrichts auch Exkursionen ins ehemalige Römerlager Xanten oder nach Kalkriese, dem „Ort“ der Varus-Schlacht, statt.

Ad fontes: Fahrten nach Rom
Es ist eine schöne Tradition am Alten Gymnasium, dass die Grund- und Leistungskurse Latein in der Qualifikationsphase ad fontes nach Rom fahren, um direkt an der Quelle ihre Studien zu vertiefen.
Im Mittelpunkt des Programms stehen bei diesen Fahrten die antiken Stätten wie das Forum Romanum, das Colosseum und die Museen mit ihren weltberühmten Exponaten. Bei der Rom-Fahrt wird mit einigen Kirchen und den Katakomben auch das frühe Christentum mit einbezogen. Abends bleibt dann auch noch Zeit, die einmalige Atmosphäre dieser antiken Städte zu genießen.
Ein Lateinkurs deklamiert für Sie aus der Aeneis von Vergil
Hinweis: Das folgende Video ist nicht barrierefrei.
Abschlüsse, die man bei uns erreichen kann:
Kleines Latinum
Von der 6. bis zur 9. Klasse haben bei uns alle Schülerinnen und Schüler Latein. Am Ende der 9. Klasse erlangen sie bei ausreichenden Leistungen das Kleine Latinum.
KMK-Latinum
Wer in der E-Phase der Oberstufe (10. Klasse) Latein weiter belegt, erlangt am Ende der E-Phase bei ausreichenden Leistungen das KMK-Latinum. Das ist der offizielle Abschluss, mit dem man an deutschen Universitäten alle erforderlichen Lateinkenntnisse nachweisen kann.
Großes Latinum:
Selbstverständlich bietet das Alte Gymnasium regelmäßig Grund- und Leistungskurse im Fach Latein an. Wer am Grund- oder Leistungskurs teilnimmt, erreicht am Ende der Q2-Phase bei ausreichenden Leistungen das Große Latinum.
Graecum:
Schülerinnen und Schüler, die den Altgriechischunterricht in Klasse 8 und 9 und darauffolgend den Grundkurs Altgriechisch bis zum Abiturjahrgang Q2 belegen, erwerben bei ausreichenden Leistungen am Ende der Q2-Phase das Graecum.
Aber auch den Schülerinnen und Schülern, die in der Oberstufe an das Alte Gymnasium wechseln und keine Lateinkenntnisse haben, bieten wir die Möglichkeit, in einem Kurs speziell für Neuanfänger das Kleine Latinum oder das KMK-Latinum zu erwerben. In allen Kursarten besteht die Möglichkeit, sich im Abitur prüfen zu lassen.
Welche Gründe gibt es, heute noch Latein zu lernen?
- Latein ist die Muttersprache Europas. Sie ebnet den leichten und schnellen Zugang zu allen romanischen Sprachen (Französisch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch, Rumänisch), zudem beruht die Hälfte des englischen Wortschatzes auf Wörtern lateinischen Ursprungs.
- Viele Fremdwörter stammen aus dem Lateinischen, so dass die Sprachkompetenz geschult wird. Bsp.: solar (sol: Sonne, Sonnen-), maritim (mare: Meer, Meeres-), Legislative (lex,legis: Gesetz, gesetzgebende), Kredit (credere: glauben, anvertrauen, das Anvertraute).
- Latein ist die traditionelle Basissprache der Wissenschaft: Ihre Kernbegriffe sind bis heute lateinisch - oder griechisch - geblieben.
- Latein bietet die Möglichkeit, sich mit ganz unterschiedlichen Aspekten des antiken Lebens auseinanderzusetzen, die sonst in der Schule oft zu kurz kommen: Alltagsleben, Mythologie, Rhetorik, Philosophie und Religion. Dabei wird die Antike immer zur Gegenwart in Beziehung gesetzt und diese kritisch hinterfragt. Hierdurch wird ein Bewusstsein für die vielen gemeinsamen kulturellen Grundlagen der westlichen Welt geschaffen.
- Latein bietet die Gelegenheit, eine sehr klar strukturierte Sprache beispielhaft zu durchschauen und dabei den sicheren Umgang mit grammatikalischen Begriffen zu erlernen: Bsp.: Kasus, Numerus, Genus, Tempus, Subjekt, Prädikat, Konjugation, Deklination, ...
- Latein schult das logische Denken und das Sprachgefühl, die Systematik und Struktur des Denkens. Damit erreichen die Schülerinnen und Schüler einen bewussteren Umgang auch mit der deutschen Sprache. Der präzise Umgang mit der Sprache wird im Lateinunterericht täglich geübt und erweitert das Ausdrucksvermögen der Schüler – ein wichtiger Beitrag zur schulischen Chancengleichheit. Die Genauigeit im Umgang mit den Details der Sprache leitet die Schüler aber auch dazu an, den Sprachgebrauch zu reflektieren und dadurch die Mechanismen sprachlicher Manipulation zu durchschauen (Werbung, politische Propaganda).
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