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Geographie
Allgemein:
China wird eigentlich Zhonghua genannt, was übersetzt Reich
der Mitte' heißt. China ist nach Russland und Kanada das dritt
größte Land auf der Welt, mit einer Fläche von 9571300.
Es ist allerdings das Land mit der größten Bevölkerung,
sie beträgt nämlich ca. 1,2 Milliarden, das entspricht einer
Bevölkerungsdichte von 124 Einwohnern pro. Zum Vergleich Deutschland
hat eine Bevölkerungsdichte von 228 Einwohnern pro, allerdings
auch nur eine Fläche von 356854, außerdem ist nur ¼
Chinas ur Besiedlung geeignet. Die Hauptstadt ist Beijing/Peking mit
5,77 Millionen Einwohnern (Großraum: 10,82Millionen Einwohner),
die bevölkerungsreichste Stadt ist jedoch die Hafenstadt Shanghai
mit 7,5 Millionen Einwohnern (Großraum: 15,08 Millionen Einwohner).
Der höchste Punkt des Landes ist der Mount Everest mit 8848m über
Normalnull und der tiefste Punkt ist die Tufansenke mit 154m unter Normalnull.
China ist eine sozialistische Volksrepublik, deren Staatsoberhaupt ein
Staatspräsident mit einer Amtszeit von 5 Jahren ist. Es gibt ein
allgemeines Wahlrecht ab 18 Jahren. Das Land ist in 22 Provinzen, 5
Autonome Regionen und 3 Stadtbezirke gegliedert. Das Bruttoinlandsprodukt
beträgt 522172 Millionen US-$.
Topographie:
China grenzt im Nordosten an Nordkorea, verfolgt man die Grenze weiter
in westlicher Richtung so folgt eine Grenze zu Russland, dann eine mit
der Mongolei, darauf im Nordwesten eine mit Kasachstan. Als nächstes
folgen westlich Grenzen mit Kirgisistan, Tadschikistan, Afghanistan,
Pakistan und Indien. Im Süden grenzt China an Nepal, Bhutan, (wieder)
Indien, Myanmar, Laos und Vietnam. Der Großteil des Ostens des
Landes ist Küstenregion.
Allgemein hat China, besonders in Betracht der großen Einwohnerzahlen
eine sehr ungünstige Topographie, so sind 43% des Landes gebirgig,
30% sind Hochebenen, 19% sind Becken oder hügeliges meist sehr
trockenes Land und nur 12% des Landes sind Ebenen. Der komplette Westen
des Landes ist landwirtschaftlich unbrauchbar, denn hier befindet sich
der Himalaya (Kunlun Shan), ein Hochgebirge. Ähnlich ist
die Situation im Norden, hier befindet sich zwar kein Gebirge aber dafür
eine Wüstenlandschaft. So bleibt also nur noch der Osten des Landes
als akzeptabler Lebensraum, er ist gleichzeitig die einzige Stelle des
Landes an der Ackerbau betrieben werden kann und muss, denn die Agrarindustrie
ist eine der wichtigsten Chinas, sie macht 60% der Erwerbsbereiche Chinas
aus.
Die Topographie ist in 6 große Abschnitte gegliedert, den Nordwesten,
das mongolische Grenzland, den Nordosten, Nordchina, Südchina und
das tibetische Hochland.
Der Nordwesten:
Diese Region besteht im Wesentlichen aus 2 Becken, zum einem aus dem
Dsungarischen Becken im Norden und zum anderen aus dem Tarim- Becken
im Süden. Hierbei handelt es sich um eine weite Sandwüste
die gleichzeitig die trockenste Wüste Asiens ist, die sich hier
befindenden Dünen erreichen Höhen bis zu 100m. Das Dsungarische
Becken enthält zwar ebenfalls hauptsächlich Stein- und Sandwüsten
ist aber eine überwiegend recht fruchtbare Region, die auch landwirtschaftlich
genutzt wird.
Das mongolische Grenzland:
Das mongolische Grenzland liegt im Norden Zentralchinas. Dieses Plateaugebiet
besteht größten teils aus Sand-, Stein, und Schotterwüsten,
die sich in östlicher Richtung immer mehr in fruchtbare Steppenregionen
umwandeln. An der östlichen Grenze dieses Gebietes liegt ein bewaldetes
Hochland.
Der Nordosten:
Der Nordosten umfasst das gesamte Gebiet der Mandschurei, hierbei handelt
es sich um ein mittleres Bergland, mit größeren Ebenen, es
erstreckt sich am Gebirgszug großer Chingan, dem Grenzfluss Amur
und der Grenze Nordkoreas. Die Ebene verfügt über weite, fruchtbare
Böden.
Nordchina:
Diese Region, die zwischen dem mongolischen Grenzland im Norden und
dem Jangtsekiang im Süden liegt, lässt sich in verschiedene
topographische Regionen gliedern. Zum einen gibt es hier das Lößplateau
im Nordwesten. Hier ist der locker aufgeschichtete Lößboden
ständiger Erosion ausgesetzt, deshalb gibt es hier auch so viele
versunkene Straßen, Täler und Schluchten. Das Gebiet besitzt
zahlreiche landwirtschaftlich genutzte Terrassen. Des weiteren gibt
es noch die Nordchinesische Ebene, bei der handelt es sich um das größte
Flachland Chinas, welches sich auf sehr fruchtbaren mit Löß
bedeckten Böden herausgebildet hat. Außerdem gibt es noch
die im Osten gelegenen Shandong- Hochländer, die sich auf der gleichnamigen
Halbinsel aus unterschiedlichen Gebirgsregionen zusammensetzten. Im
Südwesten bildet dieses Gebirge eine staatliche Barriere gegen
alle nordsüdlich gerichteten Luftmassen.
Südchina:
Diese Region umfasst das Jangtsekiang- Tal und die verschiedenen topographischen
Regionen des Südens. Das Jangtsekiang- Tal besteht hauptsächlich
aus einer Reihe von Becken, die von natürlichen und angelegten
Wasserwegen durchkreuzt werden, deshalb gibt es hier sehr fruchtbare
und angeschwemmte Böden, die sich hervorragend zum Reisanbau eignen.
Des weiteren gibt es hier zahlreiche Seen. Außerdem befindet sich
in dieser Region auch das Sichuan- Becken (Rotes Becken), welches
ein relativ abgelegenes hügeliges Terrain bildet, welches viele
landwirtschaftlich genutzte Terrassenanlagen enthält. Die Hochebenen
(1000- 1500m) Südchinas, welche zum größten Teil
sehr zerklüftet sind und häufig recht bizarre Anblicke bieten,
erstrecken sich vom Tibetischen Hochplateau nach Osten bis zum Meer.
In diesen Gebirgen wird hauptsächlich Teeanbau betrieben.
Die Tibetische Hochebene:
Die tibetische Hochebene liegt im Südwesten Chinas. Hierbei handelt
es sich um eine sehr zerklüftete Berglandschaft, mit einer Durchschnittshöhe
von 4510m. Im Süden dieses Hochplateaus liegt das Himalaya- Gebirge,
einschließlich des Mount Everest, welcher eigentlich nur ein kleiner
Teil des gesamten Gebirges ist. Hierbei handelt es sich allerdings um
den höchsten Teil des Kunlun Shan, wie der korrekte Name lautet.
Im Norden grenzt dieses Gebiet an diverse Wüsten, im Osten grenzt
es an das Rote Becken und die große Ebene. In diesen Gebirgszügen
entspringen fast alle der wichtigsten süd- ostasiatischen Flüsse,
so befinden sich hier zum Beispiel die Quellen des Indus, Ganges, Brahmaputra,
Mekong, Jangtsekiang und Huang He. Die Besiedlung ist sehr gering, Hier
leben nur wenige Volksstämme, die sich an die dünne Luft angepasst
haben.
Klima:
Das Klima Chinas ist abhängig von Region sehr verschieden. Es handelt
sich allerdings größten teils um kontinental Klima, denn
die Küstenregion ist im Vergleich zu der riesigen Landmasse ziemlich
klein, außerdem treffen kaum Winde, die vom Wasser kommen, das
Land. Des weiteren beeinflussen die Druckgebiete, die im Juli über
Westindien und im Januar über Nordchina sind und die damit verbundenen
Monsunwinde, das Klima Chinas extrem. So ist der Monsun dafür verantwortlich,
dass im Winter kalte, trockene Luftströme aus Sibirien beeinflusst
durch das Hochdruckgebiet, welches dann über Nordchina liegt nach
China kommen. Da die Luft sehr kalt ist und keinen Weg über Wasser
zurückgelegt hat, bringt dieser Wind für ganz China extreme
Trockenheit mit sich, außerdem bedeutet er für alle Gebiete
nördlich des Jangtsekiang sehr niedrige Temperaturen. Was auch
dazu führt, dass zwischen Norden und Süden ein extremes Temperaturgefälle
besteht. Im Sommer wird das Wetter vom Südwest- Monsun beeinflusst.
Da sich dieser allerdings schon zum größten Teil südlich
des Himalya abgeregnet hat bringt er nach China nicht so unglaubliche
Wassermassen wie nach Indien. Die Sommertemperaturen sind im ganzen
Land außerordentlich konstant.
Der Südosten:
Südöstlich des Jangtsekiang- Tales herrscht im Allgemeinen
subtropisches und im Süden sogar tropisches Klima. Die durchschnittlichen
Sommertemperaturen liegen in dieser Region bei 26°C, im Winter bei
17,8°C im tropischen Süden und bei 3,9°C entlang des Jangtsekiang.
Auch die Bergplateaus in dieser Region weisen starke regionale Temperatur-
und Niederschlagsschwankungen auf. Im allgemeinen liegt der Jahresniederschlag
in Südchina bei durchschnittlich 1000mm, diese fallen zum größten
Teil im Sommer.
Nordchina:
Da es in dieser Region keine vor dem Nordost- Monsun schützenden
Gebirgsketten gibt, liegen die Temperaturen im Januar bei durchschnittlich
3,9°C im Süden und im Norden von Peking und in höheren
Lagen bei bis zu -10°C. Im Sommer liegen die Temperaturen bei durchschnittlich
26°C und in den Ebenen sogar bei 30°C. Die Niederschläge
variieren hier sehr stark außerdem kommt es hier gelegentlich
zu Sandstürmen und Hagelschauern. Der Niederschlag konzentriert
sich auch hier hauptsächlich auf den Sommer. Er beträgt im
Jahresdurchschnitt ca. 760mm, ist im Nordwesten allerdings geringer,
hier herrscht nämlich trockenes Steppenklima vor.
Mandschurei:
Im Januar liegen die Durchschnittstemperaturen bei ca. -17,8°C und
im Juli bei 22,2°C.Auch hier ist die Hauptregenzeit der Sommer und
der Jahresdurchschnittsniederschlag liegt im Osten zwischen 510 und
760mm und im Westen bei 300mm.
Das mongolische Grenzland:
Hier herrscht überwiegend Wüsten- und Steppenklima. Mit Ausnahme
des Tarim- Beckens liegen die Durchschnittstemperaturen im Januar hier
bei -10°C und im Juli bei 20°C. Der Jahresniederschlag liegt
durchschnittlich zwischen 100 und 250mm.
Die tibetische Hochebene:
Auf Grund der extremen Höhenlage herrscht hier arktisches Klima,
die Temperaturen liegen ganzjährig unter 15°C. Die Luft ist
klar und trocken. Die jährlichen Niederschläge liegen überall
mit Ausnahme des äußersten Südosten unter 100mm.
Flora und Fauna:
Aufgrund der verschiedenen topographischen und klimatischen Bedingungen
gibt es in China sowohl im Bezug auf Pflanzen als auch im Bezug auf
Tiere eine große Artenvielfalt. Durch starke Besiedlung und intensive
landwirtschaftliche Nutzung ist ein großer Teil der ursprünglichen
Vegetation und Tierwelt zerstört worden.
In der Region südlich des Xi-Jiang-Tales wachsen dichte tropische
Regenwälder, welche aus breitblättrigen bis zu 50m hohen Laubbäumen
und vereinzelten Palmen bestehen. Eine subtropische Vegetation ist vor
allem im Norden des Jangtsekiang- Tales und im Westen des Tibetischen
Hochplateaus zu finden. Hier gedeihen Eichen, Gingkos, Bambushaine,
Pinien, Azaleen und Kamelien. Auch Wälder aus Lorbeerbäumen
und Magnolien, so wie dichtes Unterholz sind hier anzutreffen, in höhere
Lagen hauptsächlich Nadelbäume und Berggewächse. Im Norden
des Jangtsekiang- Tales gibt es zusätzlich noch einen ursprünglich
erhaltenen Wald aus Eichen, Eschen, Ulmen und Ahorn. Linden und Birken
wachsen in der nördlichen Mandschurei, in den Bergen dieser sind
auch die Lärchenwälder, die eine der wichtigsten Holzreserven
darstellen. Im Grenzgebiet zur Mongolei sind vor allem Prärie-
und Steppenlandschaften mit dürreresistenten Gräsern vorhanden.
Im Nordwesten wachsen Gebüsche krautiger Pflanzen und im Tibetischen
Hochland herrscht hauptsächlich Tundrenvegetation aus Gräsern
und Blumen vor.
In China haben einige Tiere überlebt, die andernorts bereits ausgestorben
sind, zum Beispiel am Jangtsekiang der Schwertstör, bestimmte Alligatoren-
und Salamanderarten, außerdem gibt es noch den großen Pander
und das chinesische Wasserreh, die auch einzigartig sind. Im Süden
des Landes leben zahlreiche Primaten. Außerdem ist China Lebensraum
von Bären, Tigern, Leoparden, den einzigartigen Schneeleoparden
in Tibet, Antilopen, Gazellen und Gämsen. Zahlreich sind in verschiedenen
Regionen des Landes Füchse, Wölfe und Waschbären vertreten.
Auch Vögel sind in den verschiedensten Arten anzutreffen, so zum
Beispiel: Fasane, Pfauen, Papageien, Reiher und Kraniche. Als Haus-
und Nutztiere werden vor allem Wasserbüffel, Kamele, Yaks und Hochgebirgsrinder
gehalten. Auch das Meeresleben ist insbesondere an der Südküste
sehr reichhaltig, hier leben Flundern, Kabeljau, Tintenfische, Thunfische,
Krabben, Garnelen und Delphine. In den Flüssen sind hingegen hauptsächlich
Karpfenarten, Lachse, Forellen, Störe, Welse und der chinesische
Flussdelphin anzutreffen.
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Drei-Schluchten-Projekt
Am Jangtsekiang soll bis zum Jahre 2009 der größte Staudamm
der Welt fertig gestellt sein. Die Dimensionen dieses Projektes sind
absolut gigantisch und unvorstellbar. Obwohl es in China mehr als 82000
Staudämme gibt, dass entspricht 45% der gesamten Staudämme
der Welt, von denen über 18000 eine Dammhöhe von mehr als
15 Metern haben, ist dieses neue Projekt mit nichts bisherigem vergleichbar.
Der Damm wird eine Länge von ungefähr 2000 und eine Höhe
von 185 Metern haben. Der Stausee wird doppelt so groß wie der
Bodensee werden und der Wasserpegel wird auf bis zu 110 Meter ansteigen.
Der Staudamm befindet sich auf halber Strecke zwischen Wuhan und Tschungking,
er liegt westlich von Itsching und dem Gezhouba- Staudamm, damit liegt
er also leicht östlich von den 3- Schluchten (Qutang- Schlucht,
Wu- Schlucht und Xilin- Schlucht, von West nach Ost) am westlichen
Rand der Provinz Hupeh, die an die Szetschuan Provinz angrenzt.
Der Bau des 3- Schluchten- Projekts läuft in drei verschiedenen
Stufen ab, in der ersten bereits abgeschlossenen Phase, die von 1993-
1997 dauerte, wurde eine Art künstlicher Umleitungskanal am südlichen
Flussufer gegraben, der den Schiffen das Passieren auch während
des Baues ermöglichen soll. Außerdem wurde in dieser Zeit
noch eine 30 Kilometer lange Schnellstraße inklusive einer 900
Meter langen Brücke gebaut. In der zweiten Phase, die von 1998
bis 2003 reicht, wird der Fluss endgültig umgeleitet und 2003 sollen
auch schon die ersten 12 der insgesamt 26 Stromgeneratoren in Betrieb
gehen. In der dritten Phase, die von 2004 bis 2009 reichen soll, soll
ein fünfstöckiges Schiffshebewerk installiert sein, die Teilung
des Flusses soll aufgehoben werden und alle Generatoren sollen ihre
Arbeit aufnehmen. Bis 2013 soll dann auch der Stausee seinen vorgesehenen
Wasserpegel erreicht haben.
Die Kosten für den Bau und die daraus entstehenden Folgekosten
betragen, so schätzen Experten rund 75 Milliarden US-Dollar, diesen
Wert haben ungefähr die gesamten Devisenreserven des Staates. Schon
allein diese Tatsache führt dazu, dass viele führende internationale
Finanzinstitute es nicht wagten dieses teure und risikoreiche Unternehmen
zu finanzieren. Sogar das in solchen Fällen entscheidende Kreditinstitut
Exim- Bank hat die finanzielle Unterstützung des Projektes abgelehnt.
Einzig die deutsche Industrie sagte ihre Unterstützung zu.
Der eben schon kurz angesprochene Phasenbau des Staudammes ist sehr
kostspielig und aufwendig. So müssen erst mal diverse Gebirgsmassen
gesprengt
werden und dann die daraus entstehenden Geröllmassen abgetragen
werden, diese würden ausreichen um 100mal das Empirestatebuilding
zubauen. Dann muss der bereits erwähnte Umgehungskanal gebaut und
das Wasser umgeleitet werden. In einem nächsten Schritt wird dann
ein so genannter Kastendamm errichtet, für den Bau von diesem werden
anfänglich nur Geröllmassen im Jangtsekiang aufgetürmt,
die ihren einzigen Halt auf dem Sandboden des Flusses finden. Deshalb
ist die Arbeit am Bau dieses Provisoriums auch sehr gefährlich,
denn es gibt keinen Schutz und der "Staudamm" könnte
jeder Zeit zusammenbrechen und alles unter sich begraben. Wenn der Kastendamm
vollständig aufgeschüttet ist, wird begonnen Beton zur Befestigung
in diese Gesteinsmassen zu pumpen. Wenn dieser Kastendamm vollendet
ist, wird das Flussbett in diesem Bereich leer gepumpt und der Jangtsekiang
fließt ausschließlich durch den Umgehungskanal, der eine
weitere Schifffahrt überhaupt erst ermöglicht. Dann kann erst
mit dem Bau des eigentlichen Staudammes begonnen werden, die Staumauer
wird aus einem Mischverhältnis des Betons gebaut, das sogar an
die Klimaschwankungen angepasst ist. Der Jangtsekiang ist die Wasserstraße
für Warentransport in China überhaupt, denn das Güteraufkommen
in der Binnenschifffahrt ist hier das größte, nämlich
75% des ganzen. Es muss also für einen reibungslosen Schiffverkehr
gesorgt werden, deshalb wird in die Staumauer ein Schiffshebewerk eingebaut.
Hierbei handelt es sich um eine Art Fahrstuhl, der aus einer wasserdichten
Stahlkiste besteht, in diese fahren die kleineren Schiffe rein und können
den Höhenunterschied dann in nur 42 Minuten überwinden. Für
die großen Schiffe wird dann noch eine "Schleusenstraße"
gebaut, die aus fünf Schleusen besteht, diese Schiffe benötigen
zum Überwinden des Staudammes dann ca. drei Stunden. Außerdem
werden in den Staudamm noch 26 Turbinen, die durch das "fallende"
Wasser in Bewegung gesetzt werden und so Strom erzeugen sollen, eingebaut.
Abschließend muss dann der Jangtsekiang wieder in sein ursprüngliches
Flussbett geleitet werden und der Umgehungskanal muss wieder geschlossen
werden. Erst dann kann der neue Staudamm in Betrieb genommen werden
und erst dann wird sich zeigen wie sinnvoll sein Bau war. Als Grund
Nummer eins wird für den Bau immer der Schutz vor Überschwemmungen
genannt, denn zahlreiche Überschwemmungen kosteten in der Vergangenheit
unglaublich viele Menschenleben und verschlangen Millionen US-Dollar,
so kostete die Flutkatastrophe von 1998 mehr als der komplette Bau des
Staudammes. Deshalb heißt es auch trotz großer Kritik an
der Finanzierung, dass es auf Dauer billiger ist den Bau und die Folgekosten
des 3-Schluchten-Projekts zu finanzieren als permanent Hilfe für
die Flutkatastrophen zu liefern. Ein zweiter sehr wichtiger Punkt ist
die Stromversorgung durch die 26 Turbinen, denn diese werden nach Schätzungen
ungefähr so viel Energie wie 14 Atomkraftwerke erzeugen, liefern.
Dies ist sehr wichtig, denn der Energieverbrauch Chinas ist auf Grund
des extremen Bevölkerungsdichte und vor allem auch des Industriewachstums
sehr groß. 75% dieser Energie werden zur Zeit durch Kohlekraftwerke
erzeugt, einige dieser könnten dann stillgelegt werden. Was von
sehr großem Vorteil wäre, denn zum einen hat die Kohle in
China nur sehr geringe Qualität und ist stak schwefelhaltig. Da
sie nur eine geringe Qualität hat muss deutlich mehr Kohle als
in den anderen Industrieländern verbraucht werden und die Schwefelemissionen
sind besonders hoch, was wiederum zu Umweltverschmutzung und dadurch
verursachten zahlreichen Todesfällen durch Herzkrankheiten führt.
Solche sind in China die Haupttodesursache. Diese Probleme könnten
durch die "Staudammenergie" gesenkt werden.
Als
dritter Grund wird genannt, dass so auch Überschwemmungen flussabwärts
verhindert werden können. Außerdem kann das Wasser aus dem
Stausee so über unterirdische Leitungen als Trinkwasser in Großstädte
wie zum Beispiel Peking befördert werden. Als weiterer sehr bedeutender
Punkt wir die Schiffbarkeit des Flusses genannt, denn dieser Fluss ist
die Haupttransportader ins innere Chinas und der Schiffsverkehr ist
unentbehrlich für diese Region. Im Bereich der 3- Schluchten gibt
es zahlreiche Stromschnellen und der Fluss hat stellenweise nur noch
eine Breite von 100 Metern. Mit Hilfe des Staudammes wird die Gefahr
durch die Stromschnellen aufgehoben und auch noch größere
Frachter können den Fluss nun passieren. Ein sicherlich auch ausschlaggebender
Punkt, der natürlich nicht offiziell genannt wird, ist dass sich
mit diesem Mammutstaudamm Politiker ein Denkmal setzten, ihre Macht
beweisen und außerdem noch in der Lage sein werden ihre Kontrolle
über die betroffenen Provinzen zu festigen.
Es müssen nach offiziellen Angaben mindestens 1,2 Millionen Menschen
umgesiedelt werden, die zur Zeit im Bereich des zukünftigen Stausees
leben. So werden von den Wassermassen rund 1100 Fabriken und ca. 26000ha
Ackerland überflutet werden. Zum einen wird vermutet, dass die
Zahl der Menschen, die umgesiedelt werden muss deutlich höher sein
wird. Grund für die wahrscheinlich nicht korrekten Zahlen sind
zum einen das extreme Bevölkerungswachstum, zum anderen aber auch,
dass die Regierung die niedrigst mögliche Zahl angegeben hat, damit
die Umsiedlung nicht auf noch mehr Widerstand stößt. Ein
weiteres Problem bei der Umsiedlung ist, dass die größte
Umsiedlungsaktion, die die chinesische Regierung jemals vorgenommen
hat 1960 war und damals auch "nur" 250000 Menschen umgesiedelt
werden mussten. Schon damals wirkte die chinesische Regierung überfordert,
deshalb stellt sich nun die Frage, wie diese Umsiedlung ablaufen wird.
Außer den organisatorischen Problemen gibt es aber noch sehr viel
soziale und wirtschaftliche Probleme bei der Umsiedlung. Denn die Chinesen,
die in den ländlichen Gegenden leben sind noch sehr traditionsbewusst,
haben ihre Häuser und das Inventar von ihren Vorfahren geerbt,
dies benutzen sie täglich und hängen auch sehr dran. Außerdem
leben die Menschen in diesen Regionen noch wie vor hundert Jahren, bei
ihnen hat die industrielle Revolution fast gar nicht statt gefunden.
In den neuen Orten, die für sie gebaut wurden und in die sie umgesiedelt
werden, sehen alle Häuser gleich aus, sie haben nichts besonderes
mehr ihnen fehlt die so wichtige Geschichte und Tradition, weiterhin
werden dabei auch zahlreiche Denkmäler zerstört. Außerdem
werden noch alle vorhandenen Städte und Tempelanlagen komplett
zerstört werden, da sie eine Gefahr für die Schifffahrt darstellen,
dieses betrifft die Menschen auch sehr, denn so wird all Ihres ausgelöscht.
Ein weiteres Problem ist, dass das Land am Ufer des Jangtsekiang (s.
auch Jangtsekiang) besonders fruchtbar ist, es wird daher auch als
"Kornkammer Chinas" bezeichnet, doch diese Kornkammer wird
von dem riesigen Stausee überflutet werden. Das heißt die
Bauern werden nicht nur umgesiedelt, ihn wird auch noch die Existenzgrundlage
genommen, denn das Ackerland, welches höher an den Hängen
gelegen ist, ist bei weitem nicht so fruchtbar und die Bauern können
nicht mehr mit den gleichen Erträgen rechnen, dennoch erhalten
sie nur so viel ha wie sie vorher besessen haben und werden auch nicht
entschädigt. Aus dem Problem des Ackerbaus und der Ackerflächen
resultiert noch ein weiteres, was den kompletten Staudamm bedroht. Denn
die Schlammmassen, die der Jangtsekiang mit sich führt steigen,
dass liegt daran, dass die Erosion immer weiter fortschreitet und so
auch immer mehr gesteinsmaterial in den Fluss gelangt. Gründe für
diese Erosion ist die starke landwirtschaftliche Nutzung und vor allem
aber auch die Tatsache, dass viele Landbewohner Chinas noch mit Feuerholz
heizen und dadurch unglaublich viele Bäume abgeholzt werden. Folgen
dieser Vernichtung ist nicht nur die Verschlammung der Flüsse,
sondern auch das Fortschreiten der Wüstenregionen. Der Holzbedarf
steigt mit dem Bevölkerungswachstum unaufhörlich an, so werden
immer mehr Bäume gefällt werden und die Folgen werden immer
gravierender werden. Dadurch, dass jetzt so viel wertvolles Ackerland
verloren geht, muss auch immer mehr neues geschaffen werden, dadurch
wird wiederum die Erosion vorangetrieben. Das bringt ein weiteres Problem,
denn so droht der Stausee
sehr schnell zu verschlammen, was zur Folge hätte, dass er nicht
mehr die nötige Wassermenge fassen könnte, außerdem
würden die Stromgeneratoren unter der Verschlammung leiden. Mit
diesem Problem hat man schon beim Gezhouba- Damm zu kämpfen gehabt,
so musste hier die Stromproduktion gedrosselt werden. Außerdem
wird noch kritisiert, dass eine weltweit einzigartige Landschaft samt
ihren Pflanzen und bedrohten Tierarten zerstört werden wird. Zum
einen durch die Überflutung des Gebietes, zum andere aber auch,
weil viele Fische den Höhenunterschied nicht überwinden können,
außerdem wird der Fluss so nicht mehr so "durchgespült"
und die Fließgeschwindigkeit verringert sich, was wiederum zur
Folge hat, dass die Abwasserbelastung zunimmt und somit die einzigartige
Natur (s. auch Flora und Fauna) dieser Region zerstört werden
wird. Das Problem der Höhenbewältigung betrifft nicht nur
die Fische, sondern auch viele kleine Fischer, die nie einen anderen
Beruf gelernt und schon von Tradition her, Lebensmittel zu den Bauern
bringen, auch dieser Beruf wird in Zukunft unwichtig sein. Außerdem
spricht noch dagegen, dass der Staudamm im Falle eines Krieges oder
Ähnlichem zur großen Bedrohung für zahlreiche Menschen
in der Region werden könnte, denn eine andere Nation könnte
den Staudamm in die Luft sprengen oder hätte zum mindest permanent
ein großes Druckmittel gegen China. Zusätzlich können
in der Region Erdbeben bis Stärke 6 häufiger auftrete, der
Damm ist aber nur bis Stärke 7 sicher, das heißt im Falle,
eines stärkeren Erdbebens, was nicht so unwahrscheinlich ist, würde
der Staudamm nicht Stand halten und die Wassermassen würden alles
unter sich begraben. Viele der überflutungsbedrohten Gebiete liegen
außerdem unterhalb des Staudammes. Als weiteres nicht so gravierendes
Gegenargument wird genannt, dass viele Touristen von der einmaligen
Flusslandschaft inklusive ihrer Bewohner angezogen werden, und dass
deshalb nun die touristischen Aktivitäten zurückgehen könnten.
Viele der ausländischen Besucher haben Bootsfahrten zur Erkundung
der einmaligen Landschaft gemacht, allerdings bleibt die Frage offen,
ob die Touristen nun wirklich ausbleiben werden oder ob sie gerade durch
diesen Mammutstaudamm noch mehr angezogen werden. Dies wäre nämlich
sicherlich auch möglich, denn heutzutage wirkt auf viele Menschen
ein "Wunderwerk" der Technik beeindruckender und anziehender
als die unberührte und ursprüngliche Naturlandschaft des Jangtsekiang.
Denn wäre die Natur noch so geschätzt wie früher, wäre
es wahrscheinlich niemals erwogen worden und auch nicht nötig gewesen
einen solchen Staudamm zu bauen.
Sie stehen inzwischen zwar nicht mehr zur Debatte aber es gab noch andere
Vorschläge die diese Megaprojekt überflüssig gemacht
hätten. Man hätte nämlich auch ca. 30 kleinere Staudämme
bauen können, diese hätten sich dann an verschiedenen Stellen
des Flusses befunden. Sie hätten die gewünschte Sicherheit
vor den Fluten auch geliefert und außerdem hätten sie wahrscheinlich
sogar mehr Energie geliefert als das 3-Schluchten-Projekt es tun wird.
Des weiteren wäre keine Massenumsiedlungen nötig gewesen und
dieses Projekt hätte nicht so verheerende Folgen für die Natur
mit sich gebracht. Warum dennoch das 3-Schluchten-Projekt durchgesetzt
und gebaut wurde bleibt allerdings nur zu vermuten, es könnte an
der angesprochnen Machtausübung, sowie an der Denkmalsetzung für
Politiker und dem Machtbeweis anderer Nationen gegenüber liegen,
aber der tatsächliche Grund bleibt leider offen.
Abschließend kann nun gesagt werden, dass es ausschlaggebende
Gründe für und gegen den Bau gibt, welche dieser nun bedeutender
oder überzeugender sind, hängt immer von der Sichtweise und
der damit verbundenen Einstellung des Betrachters ab. Welche der befürchteten
Folgen eintreten werden und welche Ziele mit dem 3-Schluchten-Projekt
erreicht werden, bleibt abzuwarten. Alles in allem scheint es mir jedoch
falsch die Überlegung
an die 30 kleinen Staudämme gleich wieder verworfen zu haben, denn
die Folgen wären nicht so gravierend gewesen und es wäre mindestens
genauso so viel erreicht worden. Allerdings denke ich, dass das Problem
ganz anders angegangen werden müsste. Denn hätte der Mensch
nicht angefangen die Natur aus ihrem Gleichgewicht zu bringen, wäre
es gar nicht erst zu derartigen Überflutungskatastrophen etc. gekommen.
Man sollte mit großräumigen Aufforstungsaktion beginnen,
dieses müssten noch deutlich größer angelegt sein, als
sie es jetzt schon sind, dafür bräuchte man auch qualifizierte
chinesische Fachkräfte, die offensichtlich fehlen, das heißt
es muss für eine entsprechende Ausbildung gesorgt werden. Damit
würde Klimaänderungen und unnötiger Verschlammung vorgebeugt
werden. Außerdem muss den Menschen auf dem Land deutlich gemacht
werden, dass sie nicht willkürlich die Bäume abholzen können
und es muss für Ersatz gesorgt werden. Die Kohlekraftwerke müssen
abgeschafft werden und es muss für alternative Energiequellen gesorgt
werden. Ein weiterer sehr wichtiger Punkt ist, dass der Wasserpreis
deutlich angehoben werden muss, damit die Leute mehr über ihren
Wasserverbrauch nachdenken. Für all diese Dinge ist allerdings
Einsicht, Verständnis und die Unterstützung der Regierung
nötig. Meiner Meinung nach sind dieses Änderungen aber unverzichtbar,
denn desto stärker man in der Natur herumpfuscht, desto stärker
und schlimmer werden die daraus resultierenden Folgen.
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Der Chang Jiang
Chang Jiang ist chinesisch und heißt soviel wie "Langer
Fluss", bei uns ist der Fluss wohl eher unter dem Namen Jangtsekiang
bekannt. Die Chinesen nennen ihn aber auch "Den Drachen".
Er ist der wasserreichste und mit einer Länge von rund 6300km der
längste Fluss Chinas und damit der drittlängste Fluss der
Welt. Außerdem erreicht er eine Tiefe von 182,8m, das macht den
Chang Jiang zum tiefsten Fluss der Erde(zum Vergleich: die Nordsee
ist im Durchschnitt 94m tief). Seine Quelle liegt im tibetischen
Tanggula Hochland bei ungefähr 91°Ost und 35°Nord, er mündet
bei ungefähr
122°Ost und 32°Nord in einem ausgedehnten Delta ins chinesische
Meer, welches in den Pazifik übergeht. Die größten Städte
an Chinas bedeutendster Wasserstraße sind von Ost nach West Shanghai,
Hangzhou, Nanjing, Wuhan und Chongquing. Insgesamt leben an den Ufern
des Stromes rund 350 Millionen Menschen. Auf seinem ganzen Weg nimmt
der Chang Jiang große Mengen Schlamm von den abgeholzten, erodierenden
Hängen an seinen Ufern auf, so dass er sich braun färbt und
am Ende jährlich 680 Tonnen Sedimentschlamm ins Meer spült.
Der Chang Jiang entspringt im Tanggula Hochland in einer Höhe
von 4876m zwei Gletscherbächen, die sich bald vereinigen. Auf seinem
Weg aus dem tibetischen Hochland hat der durch starken Höhenabfall
schnell fließende Fluss zahlreiche, tiefe Schluchten in den Fels
geschliffen.
Danach ergießt der Fluss sich in das Becken von Sichuan, das auch
als "Rotes Becken" bekannt ist. Dies ist eine sehr fruchtbare
Region, in der zahlreiche Getreidearten angebaut werden, die zu großen
Teilen Chongqing speisen. Nach dem Becken von Sichuan fließt der
Drache Chinas wieder in Gebirgsland. Auf dem Weg von Chongqing nach
Wuhan durchquert er die berühmten, beeindruckenden drei Schluchten.
Steile, zerklüftete Kalksteinklippen türmen sich entlang eines
193km langen, teilweise nur 100m breiten Korridors von Stromschnellen.
Jährlich werden sie von über einer Million Chinesen besucht
und die Zahl der ausländischen Touristen wächst kontinuierlich.
Nach den Schluchten fließt der Drache Chinas zum 70m hohen Gezhouba-Staudamm,
welcher noch der größte Chinas ist und erreicht schließlich
Wuhan. Hier verreinigt sich der Chang Jiang mit seinem größten
Nebenfluss, dem Han Shui. An dieser Stelle hat er eine Breite von mehr
als 1,5km. Von hier aus fließt der Fluss durch eine weite Ebene,
die eine von Chinas höchstentwickelten Industrie- und Agrarregionen
ist. Dann erreicht der Fluss bald die Stadt Nanjing und fließt
durch eines der am dichtesten bevölkerten Gebiete der Erde und
mündet schließlich bei Shanghai ins Meer, wo er seine massive
Schlammfracht ablagert und dadurch sein Delta immer weiter vergrößert.
Der Drache Chinas beheimatet in seinen Fluten und an seinen Ufern einige
einzigartige Tierarten, die es nur dort gibt. In der unmittelbaren Umgebung
des Flusslaufes befinden sich viele sehr alte (teils über 5000
Jahre alte) Relikte chinesischer Kultur, von alten Städten
mit unglaublich kunstfertigen Pagodentempeln bis zu hölzernen Wegen
direkt an Steilhängen.
Der "Lange Fluss" ist die bedeutendste Wasserstraße
Chinas. 75% Chinas Güterflussverkehrs finden auf ihm statt. Allerdings
sind die Stromschnellen und die geringe Breite des Flusses in den drei
Schluchten ein Problem für große Schiffe.
Neben all diesen interessanten, beeidruckenden, schönen und wichtigen
Dingen über den Drachen, stellt er aber auch eine große immer
wiederkehrende Gefahr dar. Der chinesische Drache ist launisch, sein
Pegelstand schwankt von Sommer bis Winter um 40 Meter!
Früher, so sagen einige, war er friedlich, doch dann wurden die
Wälder an den Hängen des Stroms abgeholzt und Seen trocken
gelegt. Staub- und Sandmenge im Fluss erhöhten sich drastisch,
und der Drache wurde wütend. Heute fließt er teilweise 15
Meter über dem drumherumliegenden Gelände zwischen Deichen.
Von der Hochwasserkatastrophe 1998 waren 240 Millionen Menschen betroffen,
über 3500 starben in den Fluten, ein Gebiet der Größe
Neuseelands stand unter Wasser! Dieses stellte einen harten Schlag für
die chinesische Wirtschaft dar. Zum Beispiel wurde mehr als 1/10 der
gesamten Getreideproduktion Chinas in den Fluten vernichtet (und
die Getreideproduktion ist in China sehr groß und wichtig).
Die FAZ schätzte den Sachschaden am 9.10.1998 auf 48,3 Milliarden
Mark! Und die Fluthäufigkeit nimmt zu. Waren es zwischen 1865 und
1965 "nur" sechs große Fluten, sind es seit 1965 schon
zehn gewesen...
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Der Xiolangdi-Staudamm
Um
den steigenden Energiebedarf des "erwachenden China" zu versorgen,
soll die Wasserkraft des Huang He durch einen riesiger Erdstaudamm bei
Xiolangdi nutzbar gemacht werden. Zusätzlich soll der Staudamm
vor Hochwasser schützen, Menschen, Vieh und Äcker mit Wasser
versorgen und den Fluss für die Binnenschifffahrt brauchbar machen.
Von den Turbinen des Staudamms wird eine Stromerzeugung von 5100GWh/a
erwartet. Der Damm soll eine Höhe von 154m haben und die Kronenlänge
1317km betragen. Der Baubeginn war im September 1991. Die Umleitung
des Flusses, um den Staudamm in einem wasserfreien Flussbett errichten
zu können, fand im Oktober 1997 statt. Angeblich soll der Damm
im Jahre 2001 fertig gestellt worden sein.
China hat bereits Erfahrungen mit Staudämmen am Huang He gemacht.
Im Jahre 1955 gab es den Plan, eine Kette von 46 Staustufen samt Staubecken
zu errichten, welches auch "Perlenkette am Gelben Fluss" genannt
wurde. Diese vielen kleinen Staudämme sollten es ermöglichen,
den Wasserfluss des Hwangho zu kontrollieren und für die Landwirtschaft
und Schifffahrt nutzbar zu machen und die Wasserkraft in brauchbare
Energie umzuwandeln.
Doch schon die erste Staustufe bei Sanmexia verdeutlichte das Problem
des Gelben Flusses: Hier hatten sich 93% der Sedimentfracht des Flusses
im Staubecken abgelagert. Um dieses Problem der Durchlasskapazität
in den Griff zu bekommen, wurden weitere tiefer liegende Tunnel gebaut.
Jetzt kann bei Hochwasser der Wasserspiegel gesenkt werden, um das verschlammte
Wasser ablaufen zu lassen und bei Niedrigwasser wird der Wasserspiegel
erhöht, um sauberes Wasser zu speichern.
Diese Erfahrungen haben die Erbauer des Staudammes bei Xiolangdi berücksichtigt,
das 130km flussabwärts von Sanmexia, der eben beschriebenen Staustufe,
liegt, indem 16 Tunnel mit eingebaut wurden, die für die Hochwasserentlastung
zuständig sind. Das Staubecken soll eine Speicherkapazität
von 12,65 Mrd. m³ haben und das Wasser sich auf ca. 200 km rückstauen.
Die Finanzierung erfolgte zum Teil durch die Weltbank und es beteiligte
sich auch Deutschland.
Die Gefahren des Gelben Flusses sind mit dem Staudamm aber nicht aus
der Welt geschaffen. Die Erosion wird weiterexistieren, solange das
Übel nicht an der Wurzel bekämpft wird und jeder Bürger
die Wälder aktiv schützt und auf der anderen Seite auch nicht
mehr den Verdienst mit dem wertvollen Rohstoff zum Überleben benötigt.
Es wird vermutlich so kommen, dass das Staubecken und mit ihm die Turbinen
verschlammen werden. Der Fluss an sich wird immer weniger Wasser haben
und somit wird das Leben den Anwohnern immer beschwerlicher, da sie
kein Wasser zum Überleben haben werden und keines, um die Äcker
zu bewässern und ihr Vieh zu tränken.
Die bedrohlichste Gefahr besteht aber in der Regenzeit. Sollte der Fluss
plötzlich eine hohe Wasserführung durch den Regen bekommen
und alles schon verschlammt sein, wird er über die Ufer treten,
Deiche brechen lassen, eventuell den Staudamm brechen, verhängnisvolle
Überschwemmungen verursachen und verhängnisvolle Überschwemmungen
verursachen.
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Der gelbe Fluss
Für
den gelben Fluss lassen sich noch andere Namen, wie Hwangho oder Huang
He im Lexikon finden, außerdem wird er von den Chinesen auch "Chinas
Kummer seit den ältesten Zeiten" genannt, was sich auf die
früheren schweren Überschwemmungskatastrophen genauso wie
auf die heutige Gefahr, dass er austrocknet zurückführen lässt.
In der Vergangenheit hat der Fluss mehrere Mal seinen Lauf verändert,
zum Teil um 100km. Bekannt sind sieben große seit 602 v. Chr.,
die letzte war um 1852 und noch rund 20 weniger große Laufveränderungen.
Der Huang He fließt in China von Westen nach Osten, entspringt
bei 96°W und 35°N, mündet nach vielen Windungen bei 118°O
und 37,5°N in den Golf von Tschili. Mit seinen 5464km ist er der
zweitgrößte Fluss Chinas, nach dem Jangtze. Für die
Vorstellungskraft: die Länge des Rheins beträgt 1320km, was
etwa ¼ des Huang He ist.
Neben den vielen Flusswindungen fällt die große Menge von
Deichen auf, die sich an dem Fluss entlang ziehen, die die jährlichen
Hochwasser regulieren sollen.
Das Entwässerungsgebiet des Huang He ist 750.000km² groß
und beheimatet rund 144mio Menschen; im Vergleich: Deutschland ist ca.
375.000km² groß mit einer Bevölkerung von 82mio Menschen,
½ so groß und knapp die Hälfte der Menschen.
In diesem Entwässerungsgebiet, liegen auch die Provinzen Shanxi
und Shaanxi, die das größte zusammenhängende Lössgebiet
der Erde beheimaten, das teilweise eine Dicke von 100m erreicht. Dieses
Löss stammt aus der Wüste Gobi in der inneren Mongolei und
wird jedes Jahr durch den Wintermonsun herangeweht und lagert sich dann
hier ab.
Löss:
- porös und gut durchlüftet
- nährstoffreich und fruchtbar
- senkrecht spaltbar
- standfest und leicht zu bearbeiten
- warm im Winter, kühl im Sommer
Aus diesem Lössgebiet stammt auch die hervorstechende Besonderheit
des Huang He. Indem er hier Sedimentfracht aufnimmt, erhält er
die auffallende
gelbe Farbe, der er seinen Namen verdankt. Im Jahr nimmt er gut 400mio
Tonnen Löss mit (Erosion), was zu einer Sedimentfracht von
37,5kg/m³ führt. Diese und die restliche Bodenerosion in Bezug
auf den Fluss wird durch den Starkregen in der Regenzeit im Sommer erhöht.
So geht die durchschnittliche Wasserführung des Flusses von 480m³/s
im Dezember auf 3039m³/s im August. Die Schwebstoffbelastung des
Flusses steigt noch viel radikaler von 5,8t/s im Januar auf 281,3t/s
im Dezember.
Viel schlimmer ist aber die Verstärkung der Erosion in dem Entwässerungsgebiet
des Flusses durch die Rodung der dortigen restlichen Wälder. Dadurch
wird die Sedimentfracht des Flusses immer mächtiger. In weiten
Teilen ist es schon soweit, dass er die Fracht nicht mehr tragen kann.
So kommt es zu Ablagerungen im Flussbett und im Flussdelta. Die Vergrößerung
des Flussdeltas beträgt dadurch 18-20km² im Jahr und das Flussbett
erhöht sich durchschnittlich um 10cm pro Jahr. Dieses hat zur Folge,
dass der Fluss an manchen Stellen so flach und ausgetrocknet geworden
ist, dass man ihn zu Fuß durchwaten kann und an anderen bereits
10m höher als natürlich fließt, welches einerseits durch
den Deichbau der Menschen ermöglicht wurde. Zusätzlich "baut"
der Fluss sich mit seiner Sedimentfracht selber Deiche, indem er die
Sedimente am Ufer ablagert. So würde der Fluss unter natürlichen
Umständen das Umland bereits überflutet haben, aber durch
die Deiche, die ihn umgeben hat er ein viel höheres Ufer und so
kann er höher als normal fließen. Von dieser Begebenheit
hat der Fluss seinen neuen Namen "hängender Fluss". Doch
auch diese Deiche sind nicht absolut bruchsicher. Akut wird diese Gefahr
im Sommer, wenn die Regenzeit hereinbricht und der ausgetrocknete, flache
Huang He sich plötzlich in einen reißenden Fluss verwandelt.
Sollten Deiche brechen, sind die Folgen kaum vorstellbar. Auf jeden
Fall würden viele Menschen ihr Leben verlieren.
Je weiter man sich der Mündung des Flusses nähert, desto stärker
werden die Ablagerungen, da das Gefälle der Landschaft sich verringert.
Dadurch verbreitert sich das Flussbett hier und spaltet sich in viele
kleine Nebenarme. Die Rodung im Entwässerungsgebiet des Flusses
wird aber nicht aufhören, da Holz ein begehrter Rohstoff in China
ist und die Bevölkerung arm ist und so werden die Ablagerungen
immer mehr werden. Zusätzlich begünstigt die Rodung die Desertifikation
der Gebiete.
Die Austrocknung des Flusses wird durch die gedankenlose Verschwendung
des Wassers verstärkt, da eine Tonne Wasser bloß 32cent in
China kostet. Besonders groß ist der Wasserverbrauch der Fabriken
in den Industriezonen Nordchinas, z.B. Peking verbrauchte in den letzten
Jahren 31-mal mehr Wasser als vor 1980. Diese Fabriken vergiften gleichzeitig
durch ihre ungeklärten Abwasser das Land und den Fluss. Zusätzlich
kann das Wasser durch eine Lössschicht leichter absickern, als
durch ein anders beschaffenes Flussbett.
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Pro:
- Schutz vor Überschwemmungen, denn diese kosteten in der Vergangenheit
zahlreiche Leben und verschlangen Millionen US-$.
- Die Stromversorgung wird verbessert und gesichert, denn die 26
Turbinen sollen so viel Energie liefern, wie 14 Atomkraftwerke erzeugen.
- Dadurch würden Kohlekraftwerke abgeschafft werden können
und die daraus resultierenden Krankheiten und Todesfälle
könnten zurückgehen.
- Mit dem "Staudammwasser" könnte man Großstädte
wie z.B. Peking mit Trinkwasser versorgen.
- Die Schiffbarkeit des Flusses, der Haupttransportader des Landes,
würde verbessert, denn die zahlreichen Stromschnellen blieben
nun aus.
- Nicht offiziell genannt:
- Kontrolle über die Provinzen festigen.
- Machtdemonstration/Denkmalsetzung.
Contra:
- Ungefähr 1100 Fabriken, 26000ha fruchtbares Ackerland und
1200 historische Stätten werden überflutet.
- Es müssen mindestens zwei Millionen Menschen umgesiedelt werden.
- Eine Umsiedlung von "nur" 250000 versagte bereits.
- Hier lebt man noch sehr traditionsbewusst und wenig industrialisiert,
d.h. sie werden besonders stark unter der mangelnden Tradition
leiden.
- Das Ackerland am Flussufer ist wesentlich fruchtbarer als das
an den Hängen, damit wird den Menschen jegliche Existenzgrundlage
fehlen.
- Es gibt schon Pläne mögliche Massenproteste niederzuschlagen,
mögliche Wiederholung des Tiananmen- Massakers von 1989.
- Die Schlammmassen werden weiter steigen, denn die Menschen müssen
noch mehr Gebiete abholzen um neues Ackerland zu gewinnen, und dadurch
wird die Erosion vorangetrieben.
- Schäden an den Turbinen werden folgen.
- Eine einzigartige Landschaft und die dort beheimateten Lebewesen
werden zerstört.
- Die Fließgeschwindigkeit des Flusses wird verringert, dadurch
wird er nicht mehr genügend "durchgespült".
- Die Staumauer hält einem Erdbeben nur bis zu Stärke 7
stand, starke Erdbeben sind hier allerdings nicht ungewöhnlich.
- Der Tourismus in dieser Region wird wahrscheinlich ausbleiben,
denn nach dem Bau wird hier keine einzigartige Landschaft mehr zu
bestaunen sein.
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Indien:
Um die Staudammvorhaben in China besser beurteilen zu können,
folgen jetzt einige Beispiele und Erfahrungen, die man in Indien gemacht
hat. In Indien gibt es viele Staudämme und die Problematik ist
vergleichbar mit der in China. So wurde zum Beispiel an der Narmada,
einem 1310km langen Fluss, der durch Zentralindien fließt, ein
Staudammprojekt ins Leben gerufen, der Sardar-Sarovar-Damm. Anhand dieses
Beispieles wird auch die Glaubwürdigkeit und Verfälschung
der offiziellen Angaben deutlich werden.
Als erstes stellt sich hier die Frage nach den Gründen für
den Bau, so wurde anfänglich hauptsächlich von der Bewässerung
gesprochen. Nachdem die Kritik aber stieg, wurde als Hauptgrund die
Trinkwasserversorgung genannt und die Zahl der Leute, die davon profitieren
sollten stieg mit wachsender Kritik.
Als zweites stellt sich die Frage nach der Umsiedlung, welche auch in
China ein sehr zentrales Thema ist. So hieß es hier anfänglich
von offizieller Seite, dass 6000 Familien umgesiedelt werden müssten,
13 Jahre später hieß es schon, dass rund 40000 umgesiedelt
werden müssten, doch waren das nur die Zahlen die Dammbaustelle
und Stausee betreffen, die Gebiete der Stromerzeugungs- und Kanalanlagen
allerdings sind nicht enthalten.
Ein ausschlaggebender Grund für Staudammbauten ist auch häufig,
der dabei entstehende Strom, doch auch hier zeigt das Beispiel Indien,
wie viel Strom tatsächlich erzeugt werden kann. So hieß es
anfänglich, dass der Damm rund 1450 Megawatt erzeugen wird. Es
zeigte sich aber, dass höchstens 3% der ursprünglich angenommenen
Menge erzeugt werden konnten. Doch inzwischen scheint es wahrscheinlich,
dass der Damm mehr Strom verbrauchen, als erzeugen wird.
Des weiteren waren die Kosten 10mal so hoch wie ursprünglich angenommen
und die von der Umsiedlung betroffnen Menschen erhielten keine Entschädigung.
Es zeigt sich, dass auch andere Staudammprojekte in Indien nicht besser
abgewickelt worden sind und, dass es sich hierbei nicht um einen Einzelfall
handelt. Es bleibt abzuwarten, ob es sich in China ähnlich verhalten
wird oder, ob hier die offiziellen Angaben wirklich der Wahrheit entsprechen.
Abschließend stellt sich nun der Frage, wer eigentlich einen
Nutzen von derartig gigantischen Projekten hat!? Mit Bestimmtheit können
wir diese Frage auch nicht beantworten, vor allem wenn man bedenkt wie
viel Schaden mit dem Bau des Dammes angerichtet wir. Die Industrie wird
vor allem wegen besserer und billigerer Energie von den Vorhaben profitieren.
Des weiteren machen die Länder so international wieder mehr auf
sich aufmerksam und locken so mehr ausländische Investoren in ihr
Land. Für die deutsche Industrie birgt das chinesische Staudammprojekt
auch eine unglaublich Chance, es könnte bei einem Misserfolg allerdings
auch verheerende Folgen mit sich bringen!
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Fazit:
Ich denke, dass abschließend gesagt werden kann, dass man den
offiziellen Angaben nicht vertrauen kann, dass man immer höheren
Umsiedlungszahlen etc. und niedrigerer Stromversorgung etc. ausgehen
muss. Außerdem darf man nicht vergessen, dass es der Landbevölkerung
in Ländern
wie Indien und China sowieso schlecht geht und, dass die Staudammbauten
für diese Menschen meist gar keinen Vorteil bringen, denn die meisten
dieser Menschen leben ohne elektrischen Strom, für sie ist eine
bessere Stromversorgung also völlig unwichtig, ähnliches gilt
für das Trinkwasser, denn dieses ist hauptsächlich für
die großen Städte gedacht und vor allem um der Obersicht
der betroffenen Länder das Leben angenehmer zu machen. Die Verhinderung
von Überschwemmung ist mit mehreren kleinen Staudämmen mindestens
genauso gut zu erreichen und es würden nicht so viele negative
Folgen entstehen, außerdem sind kleine Staudämme viel besser
zu kontrollieren. Im Allgemeinen denke ich aber, dass probiert werden
sollte die Ursachen und nicht die Folgen zu bekämpfen (s. auch
3-Schluchten), denn würde der Mensch nicht in die natur eingreifen
Flüsse begradigen etc., würde es vermutlich auch gar nicht
zu derartigen Überschwemmungskatastrophen kommen. Es müssen
außerdem Erosion verhindert werden und Tiere und Pflanzen geschützt
werden. Man sollte also vor jedem Eingriff in die natur über dessen
Notwendigkeit und Folgen nachdenken.
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